Review zu "Jack Keane und das Auge des Schicksals"

Es liegt bereits fünf Jahre zurück, dass die Entwickler Deck 13 nach ihrer Ankh-Reihe mit „Jack Keane“ ein ebenfalls höchst erfolgreiches 3D-Comic-Adventure ablieferten. Zwischenzeitlich haben die Entwickler weitere gute Adventurespiele wie „Black Sails“ oder „Haunted“ hervorgebracht, um nun in einer Fortsetzung endlich auch wieder Jack Keane auf die Bildschirme zu bringen. Das Spiel verspricht tolle 3D-Grafik, hochwertige Sprachausgaben und natürlich wieder jede Menge Humor. Gesteuert wird wieder mit der Maus, allerdings gehen die Entwickler dabei neue Wege.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einem ansprechend gestalteten Karton mit Klappdeckel, in dem sich eine DVD-Box mit der Spiel-DVD und der gedruckten Spielanleitung befindet. Letztere vermittelt auf ca. 10 Seiten kompakt alle wichtigen Informationen zum Spiel. Die Installation verlief problemlos und es wurden ca. 2,28GB an Daten auf die Festplatte übertragen. In den Spieloptionen können Grafikauflösung, Gammawert, Grafikdetails, diverse Lautstärken und die Untertitel eingestellt werden.

Story und Rätsel

In seinem neuesten Abenteuer muss Jack Keane mehrere Teile eines Medaillons aufspüren, das ihm den Weg zum geheimnisvollen Auge des Schicksals weisen soll. Die Hinweise für die Suche der Teile erhält Jack von einem alten Schamanen, der ihm Fragmente von Informationen in sein Unterbewusstsein pflanzt, in das Jack dann später immer wieder zurückkehren muss. Seine Reise beginnt in einem Gefängnis in Shanghai und führt Jack über Europa bis hin nach Afrika. Begleitet wird er dabei von seiner Freundin Amanda, allerdings tritt im Laufe der Geschichte noch eine weitere Frau in das Leben von Jack, was noch zu einigen Spannungen führen soll. Auch die Tatsache, dass der machtgierige und hinterhältige Geschäftsmann Umbati ebenfalls das Auge des Schicksals finden möchte, macht Jack das Leben nicht leichter. Die Story ist sehr dynamisch und flüssig erzählt, ohne dabei allzugroßen erzählerischen Anspruch zu erheben. Der Spieler muss 4 Hauptcharaktere, die auch abwechselnd gespielt werden können, interagieren lassen, um gemeinsam alle Aufgaben zu lösen. Ein interessantes Element dabei ist das Verhältnis der beiden Frauen zu Jack, das sich abhängig von seinen Entscheidungen immer wieder verschiebt und Einfluss auf manche Rätsel und am Ende sogar den Storyverlauf hat. Über eine Spieldauer von etwa 10-12 Stunden bietet das Spiel mit viel Humor, Dynamik und Action sehr gute Unterhaltung, aber ohne den Spieler rätseltechnisch stark zu fordern.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Bereits mit ihren früheren Adventures im 3D-Comic-Stil konnten die Entwickler hinsichtlich der Grafik überzeugen und auch mit diesem Titel ist dies wieder gelungen. Das Spiel bietet abwechslungsreiche Locations mit detailreicher und farbenfroher Gestaltung in hoher Auflösung, gespickt mit Hintergrundanimationen. Neben diesem visuellen Endruck kann das Spiel auch mit dem dynamischen Soundtrack punkten, der sogar etwas Gesang enthält. Besonders in den actiongeladenen Sequenzen ist die Musik immer wieder ein markantes Element. Auch mit den auf der Verpackung angekündigten, hochwertigen Sprachausgaben wird absolut nicht zu viel versprochen. Lediglich kleinere Betonungsfehler im Bezug auf den Spielkontext wären hier anzukreiden. Ganz witzig sind übrigens auch die Inhalte der chinesischen Sprachausgaben im Gefängnis in Shanghai, gut also wenn man jemanden hat, der Chinesisch versteht.


Gameplay

Gesteuert werden die Charaktere aus der 3rd-Person-Perspektive primär über die Maus. Neu im Vergleich zu den früheren Spielen von Deck 13 ist die Umstellung auf die sogenannte Click&Drag-Steuerung, bei der die Spielfigur direkt gesteuert wird und erst durch eine Bewegung der Maus die Laufrichtung vorgegeben wird. Zudem kann die Spielfigur nun durch das Drücken der rechten Maustaste zum Springen gebracht werden, was gelegentlich im Spiel auch genutzt werden muss. Obwohl es etwas dauert, bis man sich an diese Steuerungsmethode gewohnt hat, ist sie im Prinzip trotzdem ganz gut handhabbar, selbst wenn man sie an manchen Stellen als etwas hakelig empfinden könnte. Optional kann übrigens auch über Tastatur (WASD) gesteuert werden. Obwohl das Spiel mehrere actiongeladene Abschnitte bietet, steht der Spieler nicht unter Zeitdruck oder vor komplizierten Actionsequenzen. Lediglich in kleineren Kampfeinlagen muss man innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine passende Verteidigungsbewegung zum jeweiligen Angriff auswählen (siehe Screenshot). War man zu langsam, kann man den Kampf beliebig oft wiederholen. Vorbildlich gelöst ist die Speicherfunktion. Das Spiel speichert häufig automatisch und generiert dafür immer wieder neue Spielstände. Zudem kann man natürlich auch praktisch jederzeit frei abspeichern, was ebenfalls sehr und einfach und schnell geht. Technisch funktionierte das Spiel absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Mit „Jack Keane und das Auge des Schicksals“ ist den Entwicklern von Deck 13 wieder ein ansprechendes Adventure in 3D-Comic-Umsetzung gelungen. Die Story ist humorvoll, dynamisch und auch actiongeladen, allerdings ohne erzählerischen Tiefgang. Die Aufgaben und Rätsel bewegen sich eher im einfachen Bereich und bilden keine wirkliche Herausforderung für erfahrene Spieler. Die grafische Umsetzung in 3D ist wieder farbenfroh und detailreich, genau wie man sich das für so ein Comic-Adventure wünscht. Überzeugend ist auch der komplette Soundtrack, der teilweise sogar etwas Gesang enthält. Wie auf der Verpackung angekündigt, bietet das Spiel auch hochwertige Sprachausgaben, abgesehen von seltenen und kleinen Betonungsfehlern. Die Spielfiguren können per Click&Drag direkt und komplett mit der Maus gesteuert werden. Optional kann man auch die Tastatur hinzunehmen (WASD). Manchmal erscheint die Steuerung wohl etwas hakelig, aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat, stellt dies kein größeres Problem dar. Über die Spieldauer von etwa 10-12 Stunden bietet das Spiel lockere Unterhaltung, ohne den Spieler großartig zu fordern. Technisch funktionierte das Spiel einwandfrei.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Deck13
Publisher Astragon
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Maus (optional Tastatur)
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks Click&Drag-Steuerung


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