Review zu "Das Geheimnis des Berghotels"

Bereits vor etwa 2 Jahren wurde das Spiel unter dem Namen „Dead Mountaineer's Hotel“ in Russland veröffentlicht und fand erst jetzt als lokalisierte Version den Weg in den deutschsprachigen Raum. Die Handlung des Adventures basiert auf dem Roman "Hotel zum verunglückten Bergsteiger" der Brüder Strugatzki, der bereits im Jahre 1970 veröffentlicht wurde. Die Mischung aus Krimi und Mystery verspricht mehr als 120 Schauplätze und einen nichtlinearen Storyverlauf mit alternativen Spielenden. Freigegeben ist das Spiel ohne Altersbeschränkung laut USK.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt ein einer einfachen DVD-Box, welche die Spiel-DVD und das gedruckte Handbuch enthält. Sonstige Zugaben sind leider nicht enthalten. Das Handbuch vermittelt auf ca. 45 Seiten sehr übersichtlich und schön bebildert alle wichtigen Informationen zur Story und Handhabung des Spiels. Die Installation des Spiels verlief problemlos und es wanderten 2,0GB an Daten auf die Festplatte. Auf die DVD im Laufwerk wird nach der Installation übrigens nicht mehr zugegriffen. Dies ist etwas komisch, da sich insgesamt über 4GB an Daten auf der DVD befinden, aber scheinbar werden nicht alle Daten vom Spiel genutzt. Die Spieloptionen sind sehr übersichtlich und neben den verschiedenen Lautstärken können nur folgende Funktionen ein- bzw. ausgeschalten werden: Vollbild, Untertitel und Schatten.

Story und Rätsel

Eigentlich ist Polizeiinspektor Peter Glebski nur für seinen wohlverdienten Winterurlaub im Hotel „Zum verunglückten Bergsteiger“ abgestiegen. Bald jedoch widmet er den mysteriösen Vorkommnissen im Hotel seine Aufmerksamkeit und beschäftigt sich näher mit den Hotelgästen, die sich allesamt etwas komisch verhalten. Als dann auch noch einer der Hotelgäste leblos in seinem Zimmer aufgefunden wird, überstürzen sich die Ereignisse und Glebski muss dem Geheimnis auf die Spur kommen. Eine Besonderheit des Spiels ist die starke Nichtlinearität, die teils verschiedene Spielverläufe und Ausgänge der Geschichte mit sich bringt, aber dazu muss es den Spieler auch erstmal motivieren, das Spiel erneut zu spielen und dabei andere Lösungswege einzuschlagen. Insgesamt gesehen sind nämlich die Story und die verschiedenen Enden nicht besonders überzeugend. Das mögen Kenner und Anhänger der Strugatzki-Romane vielleicht anders einschätzen aber für die breite Masse der Adventurespieler wird sich die Handlung des Spiels als eher schwach darbieten. Über die Spieldauer von knapp 10 Stunden erkundet man primär das Hotel und unterhält sich mit den anderen Charakteren, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Es gibt zwar kleinere Rätsel zu bewältigen, die aber allesamt als sehr einfach einzustufen sind. Weiters sind im Adventure kleine Minispiele wie etwa Skifahren, Billard, Darts oder Black Jack eingebaut, die zum Teil den Spielverlauf beeinflussen, aber für das Beenden des Spiels nicht ausschlaggebend sind. Wenn man sich wirklich dazu motivieren kann, dass Spiel nochmals mit anderen Lösungswegen zu versuchen, dann erhöht sich die Spieldauer entsprechend um einige Stunden, allerdings darf man sich von den alternativen Storyverläufen auch nicht zu viel erwarten. Auch die Endsequenzen sind zwar in ihrer Aussage unterschiedlich, trotzdem handelt es sich technisch gesehen dabei nur um minimal abgeänderte Videos. Diese Videos finden sich übrigens im Spielverzeichnis und können auch außerhalb des Spieles angesehen werden.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Im Gegensatz zur Story kann das Spiel mit Grafik und Sound schon etwas mehr überzeugen. Insbesondere die stimmungsvollen 2D-Hintergründe im und um das Berghotel herum sind sehr gut gelungen und wohl das Highlight des Spieles. Abgesehen vom Schneetreiben beleben noch weitere Animationen die verschiedenen Locations. Die Animation der Charaktere ist hingegen wieder eher durchwachsen. Sind die Bewegungen der Körper noch halbwegs gelungen, wirken die Nahansichten und Gesichtsausdrücke der Personen ausgesprochen detailarm. Vorgerenderte Videosequenzen gibt es auch, allerdings eher spärlich eingesetzt und zudem etwas verwaschen. Soundtechnisch bietet das Adventure stimmige Hintergrundgeräusche und abwechslungsreiche Musik, die sehr gut zu Atmosphäre des Spiels passt. Die Sprachausgaben der Charaktere sind allesamt von sehr guter Qualität.


Gameplay

Gesteuert wird Peter Glebski aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem teils etwas umständlichen Point&Click-Interface. Zunächst fällt auf, dass der Mauscursor sehr langsam auf Hotspots reagiert. Da muss man sich schon etwas Zeit beim Absuchen der Locations nehmen. Da es aber nicht extrem viele Hotspots im Spiel gibt, ist dieses Problem zu verschmerzen. Nur bei einem der (optionalen) Minispiele kommt zusätzlich zur Maus auch die Tastatur zum Einsatz. Das Tagebuch und das Inventar werden über die rechte Maustaste geöffnet. Im Tagebuch finden sich Notizen zu den Ereignissen, Infos zu den Personen und die Grundrisskarten der einzelnen Stockwerke im Hotel. Leider kann man über diese Karten jedoch nicht direkt zwischen den Orten wechseln. Um sich etwas schneller bewegen zu können, kann man mit einem Doppelklick eine Location schnell verlassen, was jedoch leider auch nicht bei allen Locations funktioniert. Das Inventar ist grundsätzlich unbegrenzt, wenn man jedoch mehr als 12 Gegenstände eingesammelt hat, kommt man an die neuen Gegenstände nur ran, wenn man mit dem Mausrad scrollt. Eigentlich auch kein Problem, wenn diese Tatsache im Handbuch erwähnt wäre. Auch die Dialogführung ist nicht immer ganz sinnvoll, da man oft Dialoge ganz von vorne beginnen muss, um neue Verzweigungen durchsprechen zu können. Bei all diesen Schwachpunkten könnte man noch ein Auge zudrücken, wären da nicht die zahlreichen Abstürze des Spiels. Trotz eines Systems mit aktuellen Treibern, stürzte das Spiel oftmals ab und dies gleich in drei völlig verschiedenen Varianten: (a) Komplettabsturz mit Bluescreen (!) immer beim Betreten von Zimmer Nummer 8; (b) Aufhänger des Spiels, bei denen Peter Glebski sich nicht mehr steuern lässt und auch das Menü nicht aufgerufen werden kann; (c) Absturz zum Desktop hin mit Fehlermeldung „game.exe“. Zum Glück sind die Speicher- und Ladefunktionen komfortabel, sodass man oft speichern kann und nach einem Absturz relativ schnell wieder zum letzten Spielstand gelangt.


Zusammenfassung

Das Geheimnis des Berghotels ist ein eher durchwachsenes Adventure, welches besonders durch die schwache Story und diverse technische Schwächen keinen echten Spielspaß aufkommen lässt. Obwohl das Spiel eine starke Nichtlinearität aufweist ist fraglich, ob sich viele Spieler dazu motivieren können, das Spiel erneut mit anderen Lösungswegen durchzuspielen. Für den ersten Durchlauf kann man eine Spieldauer von knapp 10 Stunden veranschlagen, wobei es rätseltechnisch keine großartigen Herausforderungen gibt. Deutlich besser kommt das Spiel hingegen hinsichtlich der Grafik und dem Sound weg. Die stimmungsvollen 2D-Hintergründe im und um das Berghotel herum können einschließlich der Hintergrundanimationen voll überzeugen. Die Animation der Charaktere, zumindest was die Mimik betrifft, ist nicht ganz so überzeugend, aber annehmbar. Soundtechnisch bietet das Spiel stimmige Hintergrundgeräusche und abwechslungsreiche Musik, welche die Atmosphäre im Berghotel passend unterstützt. Unterm Strich bleibt ein Adventure, das eher zu den schwächeren seiner Art zählt.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Akella / Electronic Paradise
Publisher Deep Silver / Game Homepage
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK0
Anmerkungen/Remarks keine


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