Review zu "Three Cards To Dead Time"

Dieser Titel ist der direkte Nachfolger von „Three Cards To Midnight“ und auch wieder eine Mischung aus Wimmelbildspiel und Adventure, allerdings mit diversen Verbesserungen. Der Schwerpunkt liegt klar auf den Elementen von Casual Games, nur mit teilweise etwas anspruchsvolleren Aufgaben und dem primären Ziel einer spannenden Story. Die Hauptaufgabe für den Spieler ist es, im Wimmelbild passende Gegenstände zu Schlüsselwörtern zu finden und diverse Rätsel zu lösen. Die kreativen Köpfe hinter dem Spiel sind übrigens die Schöpfer der bekannten „Tex Murphy“-Reihe.

Verpackung, Handbuch und Installation

Getestet wurde das Spiel in der Download-Version mit einer Größe von etwa 208MB. Praktisch gleich viel Platz nahm das Spiel dann auch nach der Installation auf der Festplatte ein. Leider funktioniert die Installation nicht sofort, da der erhaltene Keycode nicht stimmte und somit die Installation natürlich abgebrochen wurde. Nach dem Erhalt des korrekten Keycodes funktionierte es dann aber einwandfrei. Ein separates Handbuch, etwa in Form eines PDF-Files, ist leider nicht vorhanden, allerdings gibt es im Spiel selber ausführliche Anweisungen, die über das Hauptmenü aufgerufen werden können. Im Gegensatz zu „Three Cards to Midnight“ kann man sich jetzt auch optional Untertitel zu den Dialogen einschalten. Darüber hinaus kann man in den Optionen anwählen, ob das Spiel im Fenster- oder im Vollbildmodus ausgeführt werden soll. Wenn man ein neues Spiel startet, muss man zunächst ein kleines Spielerprofil mit seinem Namen anlegen und dabei den Schwierigkeitsgrad des Spieles (easy, challenge, gamer) anlegen. Die jeweilige Bedeutung ist im Auswahlmenü nochmals genau beschrieben. Die getätigte Auswahl kann übrigens im Spielverlauf nicht mehr geändert werden. Man müsste dazu ein neues Profil anlegen und das Spiel wieder neu beginnen.

Story und Rätsel

In „Three Cards to Dead Time“ wird die spannende Geschichte von Jess Silloway anknüpfend an “Three Cards to Midnight” weitererzählt. Nach den Ereignissen aus diesem ersten Teil hatte sich Jess eine Auszeit genommen, um sich zu überlegen, wie sie mit dem Bösewicht und Okkultisten Crawford umgehen sollte. Dieser verfolgte sie offenbar immer noch, um sich ihre Fähigkeiten für seine dunklen Pläne, ein Portal ins Jenseits zu öffnen, von Nutzen zu machen. Zuletzt wurde Jess immer wieder von Träumen und Visionen heimgesucht, in denen sie eine verstorbene Frau sieht. Jess hat zunächst keine Ahnung, um wen es sich dabei handeln könnte, aber bald erkennt sie, dass sie ihre Gabe nicht länger unterdrücken durfte …

Wieder gilt es im Spielverlauf 21 Tarot-Karten abzuarbeiten, die in 7 Kapitel mit jeweils 3 Tarot-Karten aufgeteilt sind. Genau genommen sind es nur 20 Tarot-Karten, da man in einem Kapitel sich für nur eine von 2 Karten entscheiden muss, wobei diese Wahl dann einen gewissen Einfluss auf den Storyverlauf nimmt. Zu diesen 7 Kapiteln kommen dann noch ein kurzes Intro-Kapitel und ein Kapitel für das Finale. Die Geschichte ist wieder atmosphärisch und auch absolut spannend erzählt, aber trotzdem kann der Spieler (wie übrigens schon im ersten Teil) nicht voll in das Spielgeschehen und die Handlung eintauchen. Die Verbindung zum Storyinhalt bilden nur so genannte Schlüsselwörter, die in der Handlung auftauchen. Im Prinzip versteckt sich dazu hinter jeder Tarot-Karte eine abgewandelte Art eines Wimmelbildspieles, bei dem alle Gegenstände angeklickt werden müssen, die in Verbindung zu den jeweiligen Schlüsselwörtern stehen. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Aufgaben und Rätsel zu lösen, davon übrigens etwas mehr als im ersten Teil. Der Schwierigkeitsgrad dieser Rätsel liegt im Bereich einfach bis mittelschwer. Immer wenn man die richtigen Gegenstände zu einem Schlüsselwort gefunden bzw. ein Rätsel gelöst hat, wird die Geschichte anhand von kleinen Videoclips weitererzählt. Am Ende der Story und somit dies Spieles müssen nochmals ein paar Aufgaben rückblickend auf den Spielverlauf gelöst werden, bevor sich dem Spieler das Finale präsentiert. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dieses Spiel über die etwa 5-7 Stunden Spieldauer durchaus eine spannende Story zu bieten hat, aber durch die fehlenden Interaktionsmöglichkeiten wird der Spieler nicht direkt eingebunden und kann somit nicht wirklich in die Handlung eintauchen.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Optisch präsentiert sich das Spiel im Vergleich zum ersten Teil wesentlich ausgereifter. Die gut 20 verschiedenen statischen Locations sind ansprechend gestaltet und mit kleineren Hintergrundanimationen versehen. Die Geschichte wird Stück für Stück in knapp 100 kleinen Videosequenzen erzählt, deren Auflösung und Qualität sich auch deutlich gesteigert hat. Auch in musikalischer Hinsicht kann das Spiel überzeugen. Verschiedene Themen unterstützen die Atmosphäre und Spannung der Story. Die Qualität der Englischen Sprachausgaben ist einwandfrei und es wird in sehr deutlichem Englisch gesprochen. Zusätzlich hat man diesmal auch Englische Untertitel zur Verfügung, die man bei Bedarf über das Optionsmenü aktivieren kann.


Gameplay

Gesteuert wird das Spiel ausschließlich über die Maus. Wie bei Wimmelbildspielen üblich, müssen die gefundenen Gegenstände auf dem Bildschirm einfach angeklickt werden. Der Unterschied bei diesem Spiel ist die Tatsache, dass nur zu den aktuellen Schlüsselwörtern passende Gegenstände oder Begriffe ausgesucht werden dürfen, ansonsten wird dies als Fehler gewertet. Wenn man einmal keine passenden Gegenstände mehr finden kann, gibt es einen „Hint“-Button, der weitere Gegenstände im Bild hervorhebt. Allerdings bewirken sowohl das Nutzen dieser Hilfe als auch das Auswählen von unpassenden Gegenständen den Abzug von Punkten. Wenn man eine gewisse Schwelle überschritten hat, muss das aktuelle Wimmelbild sogar wiederholt werden. Diese Schwellen sind abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad. Bei den wenigen Rätseln im Spiel besteht die Möglichkeit, diese zu überspringen, was allerdings auch Punktabzüge zur Folge hat. Der Spielstand wird im aktiven Profil automatisch gespeichert und entsprechend kann nicht manuell gespeichert werden. Trotz zusätzlicher Aufgaben und Rätsel (im Vergleich zum ersten Teil) ist das Gameplay immer noch eher eintönig und nur die spannende Geschichte bewegt den Spieler dazu, sich weiter durch das Spiel zu klicken.


Zusammenfassung

Auch „Three Cards to Dead Time“ tendiert wieder eindeutig zum Casual Game, das mit Adventureelementen versehen wurde. Im Mittelpunkt steht die spannende und atmosphärische Story, die durch das Lösen von diversen Aufgaben nach und nach in knapp 100 kleinen Videoclips erzählt wird. Die Auflösung und Qualität dieser Videoclips hat sich im Vergleich zum ersten Teil deutlich gesteigert und auch die grafische Gestaltung der etwa 20 zu durchsuchenden Locations wirkt stimmiger. Musikalisch bietet das Spiel wieder ansprechende Musikstücke, welche die Atmosphäre und Story gut unterstützen. Die Englischen Sprachausgaben sind von einwandfreier Qualität und optional kann man sich diesmal auch Untertitel einblenden lassen. Insgesamt bietet das Spiel bei einer Spieldauer von etwa 5-7 Stunden trotz spannender Story ein nach wie vor eher eintöniges Spielvergnügen, weil der Spieler aufgrund fehlender Interaktionsmöglichkeiten nicht wirklich in das Spielgeschehen eintauchen kann.

English Summary

Same as the first part “Three Cards to Midnight” also „Three Cards to Midnight“ is a casual game, including some adventure game elements. The backbone of the game is the well-told, interesting and atmospheric story, which is presented to the player throughout about 100 small video clips, which one by one are triggered after solving the actual puzzles or tasks. The resolution and quality of these videos was clearly improved comparing it to the first part of the game. Also the graphical design of the about 20 searchable locations leaves a better impression. There are several musical themes in the game which are matching in well and supporting the atmosphere. The English language voice overs are of good quality and this time there is also the option for subtitles in the game. It takes about 5-7 hours to complete the game. Even though there are some improvements, unfortunately the gameplay still is a bit monotonous and there are not enough possibilities for interactions. Therefore the player does not get immersed to the story deep enough.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Big Finish Games
Publisher Big Finish Games
Plattform/Platform PC (DOWNLOAD)
Perspektive/Perspective 1st-Person / Wimmelbildspiel
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating keine Angabe
Anmerkungen/Remarks derzeit nur in Englisch erhältlich


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