Review zu "The Legend of Crystal Valley" (Deutsche Version)

Mit diesem Titel betrat das junge Entwicklerteam “Cateia Games” aus Kroatien nach rundenbasierten Strategiespielen erstmals auch das Adventure-Genre. Ursprünglich wurde das Spiel eigentlich von den „Razbor Studios“ entwickelt, nach deren Auflösung dann aber von Cateia Games übernommen, wobei alle Grafiken und Sounds dort komplett neu erstellt wurden und nur die Story sowie die Charaktere beibehalten wurden. Das 3rd-Person-Adventure handelt überwiegend in einer Fantasiewelt und wurde grafisch mit 3D-Charakteren auf 2D-Hintergründen umgesetzt. Die vom Publisher dtp-Entertainment lokalisierte Version des Spieles enthält im Gegensatz zur Originalversion nun auch durchgehende Sprachausgaben.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer DVD-Box, die neben der Spiel-CD noch ein gedrucktes Handbuch beinhaltet, das auf etwa 22 Seiten ausführlich alle Infos zum Spiel vermittelt, darunter auch eine kurze Einleitung zur Story. Die Installation des Spieles verlief leider nicht ganz reibungslos, da es einen Konflikt mit alten Daten der zuvor installierten englischen Version des Spieles gab (obwohl diese bereits deinstalliert war). Offensichtlich hat das Spiel Probleme mit den alten Profilen oder den Einträgen in der Registry, die beim Deinstallieren nicht vollständig entfernt wurden. Dadurch stürzte das Spiel kurz vor dem Hauptmenü immer zum Desktop hin ab. Abhilfe: das Spiel nochmals deinstallieren, sicherheitshalber alle Cateia-Einträge in der Registry entfernen, sowie das alte Profil-Verzeichnis „Cateia Games“ suchen und löschen. Danach das Spiel nochmals installieren und es sollte keine Probleme mehr geben. Für Benutzer, die das Spiel zuvor nicht in einer anderen Version installiert hatten, dürfte die Installation reibungslos funktionieren. Es werden dabei etwa 618MB an Daten auf die Festplatte übertragen. Über das Hauptmenü des Spieles können dann die umfangreichen Grafik- und Soundoptionen aufgerufen werden, wobei die Systemanforderungen nicht übermäßig hoch sind, sodass man durchaus die höchstmögliche Videoqualität ausprobieren sollte. Praktisch ist auch die Möglichkeit, die verschiedenen Lautstärken im Spiel getrennt voneinander einstellen zu können.

Story und Rätsel

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer jungen Frau namens Eve, die nach dem tragischen Tod ihrer Mutter kaum noch Kontakt zu ihrem Vater hat, da sich dieser mehr und mehr auf seiner Farm in Frankreich zurückgezogen hat. Umso überraschter ist Eve, als sie eines Tages einen seltsamen Brief von ihm erhält, in dem er etwas von seinem Ende andeutet und Eve darum bittet, ihn zu besuchen, um sie ein letztes Mal sehen zu können. Im Brief enthalten ist auch das Medaillon ihres Vaters und seinen Worten im Brief zur Folge, soll eben dieses ihr den Weg weisen. Umgehend mach sich Eve auf die Reise, aber sie trifft ihren Vater auf der Farm nicht mehr an. Beunruhigt durchsucht sie alles nach Hinweisen und bald schon gerät sie in ein Portal, welches sie in eine geheimnisvolle Fantasiewelt transportiert. Zunächst noch etwas verwirrt, findet sie sich dort aber umgehend zurecht und muss sehr schnell feststellen, dass diese Welt sehr stark mit ihrem persönlichen Schicksal verknüpft ist und sie bald schon eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss …

In neun Spielabschnitten auf insgesamt mehr als 150 Schauplätzen wird hier eine fantasievolle, aber auch tiefgründige Geschichte rund um das Schicksal von Eve, ihrer Familie und der Fantasiewelt erzählt. Dabei lernt Eve einige interessante Charaktere kennen, von denen über 40 im Handlungsverlauf auftauchen. Darunter finden sich Wesen wie etwa Drachen, Zwerge, Vampire oder Riesen. Entsprechend gibt es auch einige (teils optionale) Dialoge zu führen. Nicht zuletzt durch manche Einstellungen im Spiel fühlt man sich oftmals an „The Longest Journey“ erinnert, das den Entwicklern sicherlich als Inspiration diente. Allerdings handelt es sich bei „The Legend of Crystal Valley“ keineswegs um einen Abklatsch. Den Entwicklern ist es durchaus gelungen, eine eigenständige und interessante Geschichte bzw. sogar Fantasiewelt aufzubauen. Ohne Zweifel steht die flüssige Vermittlung der Story im Vordergrund, aber auch Rätselaufgaben für den Spieler kommen dabei nicht zu kurz, wenngleich diese eher im einfachen Bereich angesiedelt sind. Überwiegend hat man es mit Inventarrätseln zu tun und oftmals kommt man auch nur mit Überbringerdiensten bzw. Tauschgeschäften im Spielverlauf weiter. Gelegentlich sind etwas anspruchsvollere Rätsel eingebaut, wo etwa Schalterkombinationen zum Öffnen von Türen gefunden werden müssen. Angereichert wird das klassische Inventar mit Zaubersprüchen, über die man sich etwa verkleinern oder mittels Telekinese verschiedene Gegenstände bewegen kann. Insgesamt wird man über eine Spieldauer von etwa 6 Stunden angenehm unterhalten, in der die tiefgründige Story fließend vermittelt wird. Obwohl es ein klares Ende der Handlung gibt, bleiben leider trotzdem einige Fragen aus der Story ungeklärt.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Hinsichtlich der 2D-Hintergrundgrafiken ist das Spiel einfach wunderschön gestaltet, insbesondere die Locations innerhalb der Fantasiewelt, ich denke da sprechen die Screenshots für sich. Gelegentlich finden sich auch kleine Animationen und Effekte an den Locations. Weniger gut hingegen wirken die Animationen der 3D-Charaktere, die leider nur sehr grob modelliert sind. Davon abgesehen scheinen besonders auf dunkleren Hintergründen immer wieder helle Punkte im Umriss der Figuren auf, was den optischen Eindruck einfach stört. Aufgelockert wird der Spielverlauf durch mehrere vorgerenderte Videosequenzen, die soweit zufriedenstellend umgesetzt wurden.

Soundtechnisch glänzt das Spiel mit einem abwechslungsreichen Soundtrack, der sehr gut die Atmosphäre im Spiel unterstützt. Auch die Hintergrundgeräusche an den verschiedenen Orten sind absolut stimmig und fügen sich gut in die gesamte Soundkulisse ein. Im Gegensatz zur Originalversion, bietet die vom Publisher dtp-Entertainment für den deutschsprachigen Raum lokalisierte Version durchgehende Sprachausgaben bei den Dialogen, was eine deutliche Bereicherung für das Spiel ist, zumal die Sprecher gute Arbeit geleistet haben und sich durchaus bekannte Namen in der Sprecherliste befinden. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Charaktere den Mund nicht bewegen, während sie sprechen.

Gameplay

Gesteuert wird Eve aus der 3rd-Person-Perspektive mit einer reinen Point&Click-Steuerung. Sobald man alle Ausgänge einer Location erforscht hat, kann man diese im weiteren Spielverlauf durch einen Doppelklick schnell verlassen. Durch das Drücken der Leertaste kann Eve auch dazu gebracht werden, sich etwas schneller zu bewegen. Das unbegrenzte Inventar kann über einen Rechtsklick am unteren Bildschirmrand eingeblendet werden und teilt sich in die Bereiche Inventar, Magie und Tagebuch auf. Über den Punkt Tagebuch kann ein Journal aufgerufen werden, in welchem alle Dialoge und Aktionen automatisch mitgeschrieben werden. Die Anzahl der Objekte und Hotspots ist nicht gerade üppig, aber ausreichend. Dafür gibt es zu jedem Objekt gleich mehrere Beschreibungen, wenn man diese mehrmals anklickt. Es gibt im Spielverlauf keine Actioneinlagen, keine zeitbegrenzten Aufgaben und man kann auch nicht sterben. Trotzdem solle man natürlich gelegentlich abspeichern, wozu praktisch unbegrenzt Speicherplätze zur Verfügung stehen. Der Speicher-/Ladedialog ist einfach zu bedienen und zusätzlich werden auch eine Schnelllade- bzw. Schnellspeichertaste geboten. Wenn man das aktuelle Spiel beendet, wird zudem automatisch abgespeichert.


Zusammenfassung

Mit „The Legend of the Crystal Valley“ ist den Entwicklern von Cateia Games ein ansprechendes Adventure gelungen. Die interessante und tiefgründige Story mit einem Fantasy-Setting spricht sicherlich besonders auch die Fans von „The Longest Journey“ an. Rätseltechnisch bietet das Spiel genügend Aufgaben für den Spieler, die sich aber überwiegend im einfacheren Bereich bewegen. Die grafische Gestaltung der Hintergründe, besonders natürlich in der Fantasiewelt, ist farbenfroh und wunderschön. Aufgelockert wird der Spielverlauf durch mehrere vorgerenderte Zwischensequenzen, die qualitativ zufriedenstellend sind. Weniger gut hingegen wirken die Animationen der Charaktere, die leider doch sehr grob modelliert sind und sich auch entsprechend klotzig bewegen. Mit dem Soundtrack und sämtlichen Hintergrundgeräuschen kann das Spiel jedoch wieder glänzen. Im Gegensatz zur Originalversion bietet die lokalisierte Version auch durchgängige Sprachausgaben bei den Dialogen. Das Spiel lief bei höchsten Grafikoptionen technisch einwandfrei. Die Spieldauer beträgt etwa 6 Stunden, wobei man niemals durch besonders schwere Rätsel aufgehalten wird. Das Spiel empfiehlt sich natürlich besonders für Spieler mit einem Hang zu Fanatsy-Settings in Adventurespielen und ist lt. USK-Einstufung ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Cateia Games
Publisher dtp Entertainment
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating ohne Altersbeschränkung
Anmerkungen/Remarks Deutsche Version


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