Review zu "Tale of a Hero"

Die Entwickler des höchst erfolgreichen Adventures "Black Mirror" haben mit „Tale of a Hero“ ein Adventure mit Märchen- bzw. Fantasysetting abgeliefert. In der Rolle des Fischers Olaf, dessen Vater ein mächtiger Drachentöter im Dienste des Königs war, begibt man sich auf die Suche nach seiner Jugendfreundin Erea, die angeblich vom Eisriesen Krugell entführt wurde. Zunächst fand sich für das Spiel leider kein Publisher für den deutschsprachigen Raum, letztendlich hat sich dann aber Daedalic Entertainment des Titels angenommen. Freigegeben ist das Adventure ab 6 Jahren laut USK-Kennzeichnung.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einem Karton mit Klappdeckel im Hochglanz-Design. Darin befindet sich eine DVD-Box mit der Spiel-DVD und dem knappen Handbuch, das auf 6 Seiten die wichtigsten Infos zum Spiel vermittelt. Die Installation des Spieles verlief problemlos und es wurden etwa 1,9GB an Daten auf die Festplatte übertragen. In den Spieloptionen können die Grafikdetails, die Lautstärke und die Gamma-Korrektur eingestellt werden. Darüber hinaus lassen sich dort bei Bedarf auch die Untertitel aktivieren.

Story und Rätsel

In der Rolle von Olaf, dem Sohn eines mächtigen Drachentöters, begibt man sich auf eine abenteuerliche Reise, um die verschwundene Erea, Tochter des Königs und zugleich eine Jugendfreundin von Olaf, zu finden. Laut der Hexe Pripogala wurde Erea vom Eisriesen Krugell entführt. Die Suche führt Olaf ausgehend von seinem Heimatdorf durch Sümpfe, alte Ruinen, über den Meeresgrund bis hin zur eisigen Welt des Riesen Krugell. Dabei trifft Olaf auf verschiedenste Märchenwesen, wie beispielsweise sprechende Tiere, Hexen, Riesen oder Geister. Natürlich spielt auch die Magie eine wichtige Rolle bei seinen Bemühungen, Erea zu finden und zu befreien. Ein klassisches Märchen- bzw. Fantasyadventure, dessen Story allerdings eher seicht dahinplätschert und kaum Spannung aufkommen lässt. Aufgeteilt ist die Handlung grob in vier Kapitel, nämlich eine kurze Vorgeschichte um den Steinriesen Nog, danach das Heimatdorf von Olaf mit den angrenzenden Sümpfen, über den Meeresgrund bis hin zur Eiswelt des Eisriesen Krugell. Das Spiel bietet ausgesprochen viele Rätsel, wobei die inventar- und objektbezogenen Aufgaben ganz klar den Schwerpunkt bilden. Viele der Rätsel sind stark verschachtelt und lassen das Spiel in Verbindung mit der schwachen Story stellenweise etwas langatmig wirken. Über die Spieldauer von etwa 10-12 Stunden bietet das Spiel trotzdem ganz nette Unterhaltung auf eher durchschnittlichem Niveau.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Technisch umgesetzt wurde das Adventure auf der bewährten AGDS-Engine von Future Games mit 3D-Charakteren auf 2D-Hintergründen. Letztere sind dabei ganz ansehnlich gestaltet und werden durch gelegentliche Hintergrundanimationen etwas aufgelockert. Die Animation der 3D-Charaktere hingegen ist nicht sonderlich ansprechend, erfüllt soweit aber ihren Zweck. Oftmals sind beim Sprechen auch keine Lippenbewegungen auszumachen. Zudem werden viele Aktionen einfach durch Schwarzblenden der Fantasie des Spielers überlassen, was nicht mehr zeitgemäß ist. Auch die gelegentlichen Zwischensequenzen fallen eher schwach aus, zudem wiederholt sich eine bestimmte Sequenz unpassend und deutlich zu oft. Hinsichtlich der Hintergrundmusik bietet das Spiel abwechslungsreiche Kost, allerdings auch nichts Herausragendes. Die Hintergrundgeräusche sind stimmig und auch die Sprachausgaben in Verbindung mit der Lokalisierung verstehen zu überzeugen.


Gameplay

Gesteuert wird das Adventure aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem intuitiven Point&Click-Interface. Das meist gut gefüllte Inventar befindet sich übersichtlich am oberen Bildschirmrand. Passende Kombinationen von Inventargegenständen und Hotspots lassen sich an der Färbung des Mauscursors erkennen. Die Spielfigur kann zwar nicht laufen, aber über einen Doppelklick kann eine Location schnell verlassen werden. Darüber hinaus bietet das Spiel auch eine praktische Kartenfunktion, über die man schnell die verschiedenen Orte erreichen kann. Da sich manche Hotspots erst zeigen, wenn man sie im Spielverlauf benötigt, empfiehlt es sich, die Locations regelmäßig neu abzusuchen. Zum Speichern das aktuellen Spielstandes stehen insgesamt 48 Speicherplätze zur Verfügung. Technisch lief das Spiel absolut einwandfrei.


Zusammenfassung

Der Titel „Tale of a Hero“ ist eher mittelmäßige Adventure-Kost und eigentlich hätte man von Future Games, den Entwicklern von „Black Mirror“ durchaus mehr erwarten können. Daher ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass sich für das Spiel lange kein Publisher für den deutschsprachigen Raum fand. Der größte Schwachpunkt ist eindeutig die seichte Story, in der nicht einmal ein Ansatz von Spannung aufkommt. Deutlich besser hingegen sind die grafische Gestaltung, die Hintergrundmusik und die Sprachausgaben, aber diese Punkte können die schwache Story nicht überspielen. Rätseltechnisch bietet das Spiel viele (teils etwas zu stark ineinander verschachtelte) Aufgaben, die sich aber alle im einfachen Bereich bewegen. Gesteuert wird aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem intuitiven Point&Click-Interface. Technisch lief das Spiel absolut einwandfrei. Zusammenfassend lässt sich das Spiel mit seiner Spieldauer von etwa 10-12 Stunden als mittelmäßiges Adventure mit Märchen- bzw. Fantasysetting einstufen.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Future Games
Publisher Daedalic Entertainment
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK6
Anmerkungen/Remarks keine


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