Review zu "Puzzle Agent"

Anstatt gleich eine komplette Staffel eines neuen Spieles anzukündigen haben die Entwickler Telltale Games bei „Puzzle Agent“ zunächst nur eine Pilot-Folge geschaffen, um damit den Erfolg dieses neuen Formats eines adventurelastigen Rätselspiels auszutesten. Als Vorlage für das Spiel dienen die Grickle-Comics des Cartoonisten Graham Annable. Puzzle Agent wurde nicht voll lokalisiert, sondern nur mit deutschen Texten und Untertiteln versehen, somit blieben die Sprachausgaben in Englisch erhalten. Das Spiel hat keine Altersbeschränkung (USK0).

Verpackung, Handbuch und Installation

Puzzle Agent kommt in einer einfachen DVD-Box, in der sich die Spiel-CD und ein zweiseitiges Infoblatt befinden, welches Anweisungen zur Installation des Spieles gibt. Letztere verlief völlig problemlos und es wurden etwa 151MB an Daten auf die Festplatte übertragen. Über das Hauptmenü können unter den Optionen die verschiedenen Lautstärken, die Auflösung und der Anzeigemodus (Fenster/Vollbild) eingestellt werden. Über den Menüpunkt „Spiel beginnen“ kann man entweder ein neues Spiel beginnen oder mit einem alten Spielstand fortfahren. Der aktuelle Spielstand wird dazu im jeweils aktiven Profil abgespeichert.

Story und Rätsel

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Nelson Tethers, der beim „US Department of Puzzle Research“ beschäftigt ist und sich entsprechend überwiegend mit Rätseln befasst. Zumeist nur in seinem Büro tätig, bekommt er eines Tages überraschend einen FBI-Auftrag in der abgelegenen Stadt Scoggins. Die dort stehende Fabrik für Radiergummis hat aus unerklärlichen Gründen die Produktion eingestellt. Das ist von nationalem Interesse, da das Weiße Haus seine Radiergummis aus dieser Fabrik bezieht und dringend Nachschub benötigt. Tethers macht sich sofort auf den Weg und seine Nachforschungen bringen ihn schnell auf die Spur einer geheimen Vereinigung, die in einen immer mysteriöser werdenden Fall verstrickt zu sein scheint. Puzzle Agent versteht sich klar als Rätselspiel, hat dabei aber auch mehrere adventuretypische Elemente. Hauptunterschied sind das fehlende Inventar und die kaum vorhandenen Freiheiten beim Erforschen der Spielumgebung. Die Story wird in Blöcken linear abgespult, die jeweils durch das Lösen von Rätseln angestoßen werden. Leider sind viele Rätsel nicht gut in die Handlung eingebunden und man hat mehr den Eindruck eines interaktiven Rätselbuchs. Auch die Qualität der Rätsel ist eher durchwachsen und oftmals wiederholen diese sich. Bei manchen der Rätsel ist auch die Aufgabenstellung nicht ganz eindeutig. Trotzdem bietet das Spiel über etwa 4-5 Stunden unterhaltsame Beschäftigung und eignet sich als kleiner Happen für zwischendurch.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch orientiert sich das Spiel stark an den minimalistischen Grickle-Comics, wodurch eine Bewertung nicht ganz einfach ist. Bezieht man sich auf die Nähe zu den Comic-Vorlagen, ist die Grafik auf jeden Fall gelungen. Kennt man die Vorlagen aber nicht und sieht die spartanische Grafik, kann man leicht davon abgeschreckt werden. Insgesamt hat das Spiel optisch aber seinen ganz eigenen, eben etwas gewöhnungsbedürftigen Stil. Soundtechnisch präsentiert sich das Spiel mit sehr guten Musikstücken, die hervorragend zur mysteriösen Handlung in Scoggins passen. Die Sprachausgaben sind von ansprechender Qualität, allerdings in englischer Sprache, da lediglich die Texte und Untertitel lokalisiert wurden.


Gameplay

Gesteuert bzw. betrachtet wird das Spiel (abgesehen von den Rätseln) aus der 3rd-Person-Perspektive über eine einfache Maussteuerung. An den verschiedenen Locations kann eingeschränkt die Umgebung untersucht werden und Personen können zu bestimmten Themen befragt werden. Sobald sich während der Untersuchungen oder Gespräche ein neues Rätsel bzw. eine neue Aufgabe ergibt, erhält man zunächst eine kurze Beschreibung dazu. Danach kann man fortfahren und sich an die Lösung des Rätsels machen. Zu den einzelnen Rätseln kann man sich bei Bedarf auch Hinweise geben lassen, was aber einen gewissen Punktabzug mit sich bringt. Sobald man denkt, eine Aufgabe gelöst zu haben, kann man den Button „Einreichen“ drücken und dann wird vom Spiel geprüft, ob die Lösung richtig ist. Mit jedem Fehlversuch sinkt die Bewertung von Nelson Tethers. Manche der Rätsel wiederholen sich und gelegentlich sind die Beschreibungen zu den Rätseln nicht ganz eindeutig.


Zusammenfassung

Puzzle Agent ist ein ansprechendes Rätselspiel, das auch mehrere adventuretypische Elemente aufweist. Zunächst wurde von den Entwicklern Telltale Games nur eine Pilot-Folge veröffentlicht und das Erscheinen weiterer Folgen wurde vom Erfolg dieser abhängig gemacht. Inzwischen ist seitens Telltale Games eine zweite Folge von Puzzle Agent bereits angekündigt. Die Handlung basiert auf den Grickle-Comics des Cartoonisten Graham Annable. Leider sind die Rätsel und Aufgaben oftmals nicht optimal in die Handlung eingebettet und man hat mehr den Eindruck eines interaktiven Rätselbuchs. Grafisch bewegt sich das Spiel nah an der Vorlage, was aber eine spartanische und gewöhnungsbedürftige Optik mit sich bringt, die dennoch ihren eigenen Stil hat. Musikalisch präsentiert sich das Spiel sehr gut und auch die Sprachausgaben sind von guter Qualität, allerdings wurde auf eine komplette Lokalisierung verzichtet. Lediglich die Texte und Untertitel sind in deutscher Sprache. Die zu erwartende Spieldauer beträgt etwa 4 bis 5 Stunden.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Telltale Games
Publisher astragon Software GmbH
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating ohne Altersbeschränkung
Anmerkungen/Remarks Rätselspiel mit Adventureelementen


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