Review zu "The Next BIG Thing"

Nach der erfolgreichen Runaway-Trilogie haben die Entwickler Pendulo Studios mit „The Next BIG Thing“ ihr nächstes Adventure im bewährten Comic-Stil am Start. Diesmal schlüpft der Spieler in die Rollen der Reporter Dan Murray und Liz Allaire, die als ungleiches Paar im Rahmen einer Reportage über das Horrorfilmfestival einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur kommen. Das interessante Setting für dieses Adventure ist eine Welt, in der Menschen und Monster mehr oder weniger gleichberechtigt miteinander oder eigentlich eher nebeneinander leben.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einer DVD-Box, die von einem Hochglanz-Pappschuber geschützt wird. Neben der Spiel-DVD erhält man auch ein gedrucktes Handbuch, das auf 15 Seiten ausführlich alle wichtigen Informationen zum Spiel vermittelt. Die Installation selber verlief problemlos und es wurden etwa 6,28GB an Daten auf die Festplatte übertragen. Allerdings konnte das Spiel danach nicht gestartet werden und es kam die Fehlermeldung „The Next Big Thing.exe: Die Anwendung konnte nicht gestartet werden, weil XmlLite.dll nicht gefunden wurde. Neuinstallation der Anwendung könnte das Problem beheben.“ Eines schon mal vorweg, eine Neuinstallation des Spieles bringt an dieser Stelle nichts. Offensichtlich greift das Spiel auf die Windows-Programmbibliothek „XmlLite.dll“ (C:\WINDOWS\system32) zurück, die unter WindowsXP/SP2 aber noch nicht vorhanden ist. Das Problem betrifft also wahrscheinlich nur diese spezielle Konfiguration. Abhilfe schafft hier die nachträgliche Installation dieser Bibliothek oder gleich ein Update auf das WindowsXP Service Pack 3, in dem diese Bibliothek dann schon enthalten ist. Beides kann auf der Website von Microsoft kostenlos bezogen werden. Danach kann das Spiel dann auch problemlos gestartet werden. Als Kopierschutz wurde die Software SecuROM eingesetzt, welche kurz die Original-DVD im Laufwerk überprüft. Bevor man ein neues Spiel starten kann, muss man ein Profil anlegen, sich dazu ein Avatar aussuchen und den Schwierigkeitsgrad einstellen. Dieser hat drei mögliche Stufen, über welche die Spielhilfen gesteuert werden. Man kann zwischen einfach (Rätselhilfen und Hotspottaste), mittel (nur Hotspottaste) und schwer (keine Hilfefunktionen) auswählen. Mit etwas Adventureerfahrung lässt sich das Spiel ohne größere Probleme auch im höchsten Schwierigkeitsgrad lösen und man kommt so erst gar nicht in Versuchung, die Hilfefunktionen zu nutzen.

Story und Rätsel

Das interessante Setting des Adventures ist eine Welt, in der Menschen und Monster nebeneinander leben. Der Spieler schlüpft darin abwechselnd in die Rollen von Dan Murray und Liz Allaire, die sich offenbar nicht besonders gut leiden können. Dan war eigentlich leidenschaftlicher Sportreporter, wurde von seinem Chef aber dazu verdonnert, zusammen mit Liz eine Reportage vom diesjährigen Horrorfilmfestival zu machen. Dan zieht es aber vor, im Auto zu warten und sich einen Schluck aus seinem Flachmann zu genehmigen, während Liz eifrig mehrere Interviews auf dem Festival führt. Als sie zurückkehrt, um Dan von ihren Eindrücken zu berichten, beobachten sie zusammen, wie das Monster „Big Albert“ in das Büro des Horrorfilmproduzenten und Gastgebers William FitzRandolph einsteigt. Liz beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, kann allerdings nicht mit der Hilfe von Dan rechnen, wodurch sich bald auch ihre Wege trennen. Erst am nächsten Tag, als Liz nicht in der Redaktion erscheint, macht sich Dan auf die Suche nach ihr. Nicht unbedingt, weil er vor seinem Chef gut dastehen möchte, sondern vielmehr, weil Liz etwas hat, was Dan unbedingt haben möchte. Seine Nachforschungen lassen ihn schnell zu der Schlussfolgerung kommen, dass Liz entführt wurde und hier eine Verschwörung im Gange ist …

Der Rahmen der Geschichte wird von einem Erzähler vorgetragen, der immer wieder auftaucht und die Verbindung zwischen den einzelnen Strängen der Story erläutert bzw. herstellt. Aufgeteilt ist die weitestgehend linear erzählte Geschichte in mehrere abwechslungsreiche Abschnitte, in denen abwechselnd Liz und Dan zum Einsatz kommen. Für jeden dieser Abschnitte gibt es eine grafische Darstellung der Teilaufgaben und deren Abhängigkeiten. Sobald eine dieser Teilaufgaben erledigt wurde, wird diese entsprechend gekennzeichnet. In Verbindung mit den optionalen Hilfesystemen bildet diese eine sehr effiziente Unterstützung für den Spieler. Die Rätsel des Spieles sind durchwegs einfach, wobei überwiegend Inventar- und Kombinationsrätsel zum Einsatz kommen, die gut in den Spielverlauf eingebettet sind. Lediglich zwei Rätsel heben sich etwas ab, da sie nicht unbedingt ganz so einfach zu lösen sind. Bei einem Rätsel geht es um Reihen von Hieroglyphen, aus denen nach einem bestimmten Schema jeweils die richtige ausgewählt werden muss. Allerdings ist das Rätsel im Spielkontext nicht ganz stimmig und somit könnte es etwas dauern, bis man auf die (eigentlich ja logische) Lösung kommt. Den Entwicklern ist diese Schwachstelle offenbar auch bekannt, da nach der Lösung des Rätsels eine entsprechende Anmerkung dazu folgt. Ein weiteres Rätsel ist ein Musikrätsel, das Musikalität bzw. Rhythmusgefühl erfordert, was für manche Spieler eventuell eine Herausforderung sein könnte. Insgesamt erzählt „The Next BIG Thing“ eine stimmige und in sich abgeschlossene Geschichte, die zugleich aber nicht übermäßig spannend oder gar mitreißend ist. Über die Spieldauer von knapp 10 Stunden (ohne Verwendung der optionalen Spielhilfen) bietet das Adventure dennoch ein unterhaltsames Spielvergnügen.

Grafik, Sound und Sprachausgabe

Wer den Comic-Stil der Runaway-Spiele mochte, wird auch bei diesem Adventure voll auf seine Kosten kommen. Die gestochen scharfen, handgezeichneten Hintergründe sind liebevoll und detailreich gestaltet, denen lediglich noch etwas mehr Hintergrundanimationen sehr gut getan hätten. Die Charaktere fügen sich nahezu perfekt in diese Kulissen ein und sind in den normalen Bewegungen hervorragend animiert. Bei mehreren speziellen Tätigkeiten haben die Entwickler den Aufwand für die Animationen jedoch gescheut und sich mit Schwarzblenden oder einem einfachen Kameraschwenk weg vom Geschehen beholfen. Aufgelockert wird der Spielverlauf von vielen vorgerenderten Zwischensequenzen von sehr hoher Qualität, die sich absolut nahtlos in das Spiel einbetten. Musikalisch wird dem Spieler sehr viel Abwechslung geboten, mit stimmigen Musikstücken, die stets optimal mit der Handlung abgestimmt sind. Gleiches gilt übrigens auch für die Sprachausgaben, die von durchgehend hoher Qualität sind.


Gameplay

Gesteuert werden Liz und Dan aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem einfachen Point&Click-Interface, das allerdings nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik ist. Da gibt es inzwischen andere Vertreter des Genres, die das noch ein Stück besser können. Besonders der Umgang mit dem Inventar wirkt etwas umständlich, wenn man die Komfortfunktionen aus anderen Adventures mal gewohnt ist. Im Prinzip wird die linke Maustaste für das Ausführen von Aktionen benutzt, die zuvor über die rechte Maustaste ausgewählt werden. Das Mausrad kommt dabei nicht zum Einsatz. In das Inventar gelangt man über ein Icon am oberen Bildschirmrand oder eine entsprechende Taste auf der Tastatur. Beim Start eines neuen Spieles lassen sich die optionalen Hilfefunktionen festlegen. Eine davon ist eine Hotspotanzeige, über die man sich alle Hotspots an einer Location anzeigen lassen kann. Auch diese Anzeige ist nicht ganz zeitgemäß, da die Hotspots nicht direkt in der Spielwelt angezeigt werden, sondern einfach ein statisches Bild über das Spielgeschehen gelegt wird. Besser hingegen ist die erweiterte Hilfefunktion angelegt, über die der Erzähler bei Bedarf gezielt Hinweise zur Lösung der anstehend Aufgaben gibt. Abgesehen vom Problem bei der Installation (betrifft WindowsXP/SP2) und insgesamt drei Abstürzen über den gesamten Spielverlauf, funktionierte das Spiel ohne gravierende technische Probleme.


Zusammenfassung

Mit „The Next BIG Thing“ ist den Pendulo Studios wieder ein sehr gutes Adventure gelungen, wenngleich nicht der wirklich große Wurf, wie der Titel des Spieles vielleicht suggerieren könnte. Wer aber den Comic-Stil und das Gameplay der Runaway-Spiele mochte, wird auch mit diesem Titel voll auf seine Kosten kommen, obwohl die Rätsel nicht ganz so anspruchsvoll sind. Besonders hinsichtlich der liebevoll gestalteten Hintergründe, der gelungenen Animationen der Charaktere und der tollen Zwischensequenzen ist das Spiel wirklich ein besonderes Erlebnis. In einer Welt, in der Menschen und Monster nebeneinander leben, kommen die Reporter Dan Murray und Liz Allaire einer Verschwörung auf die Spur und möchten den Übeltätern das Handwerk legen. Die weitestgehend linear erzählte und in sich abgeschlossene Geschichte ist durchaus unterhaltsam, zugleich aber nicht übermäßig spannend oder gar mitreißend. Abgesehen von einem kleinen Problem bei der Installation unter WindowsXP/SP2 und vereinzelten Abstürzen, zeigte das Spiel keine gravierenden technischen Probleme. Über die Spieldauer von knapp 10 Stunden (ohne Verwendung der optionalen Spielhilfen) wird dem Spieler ein unterhaltsames Spielvergnügen geboten und der Wunsch nach weiteren Abenteuern von Liz und Dan ist naheliegend.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Pendulo Studios / Game Homepage
Publisher Crimson Cow
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks keine


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