Review zu "Jolly Rover (Special Edition)"

Über Lace Mamba und dtp Entertainment hat das Comic-Adventure “Jolly Rover” nun auch im deutschsprachigen Raum seinen Weg in die Regale gefunden. Allerdings wurden die originalen Sprachausgaben in Englisch beibehalten und im Zuge der Lokalisierung nur mit deutschen Untertiteln versehen. Die Special Edition enthält zusätzlich zum eigentlichen Spiel noch diverse Konzeptgrafiken, Musiktracks und Entwicklerkommentare. Entwickelt wurde das klassische Adventure von Brawsome Pty Ltd. aus Australien und ist ohne Altersbeschränkung (USK) freigegeben.

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt ein einer einfachen DVD-Box, in der sich lediglich die Spiel-CD befindet. Ein gedrucktes Handbuch oder Infoblatt ist nicht vorhanden, allerdings findet man alle wichtigen Informationen später direkt im Spiel. Installiert werden kann das Adventure sowohl auf einem PC als auch auf einem MAC. Die Installation (PC) verlief problemlos und es wurden knapp 300MB an Daten auf die Festplatte übertragen. In den Spieloptionen lassen sich die verschiedenen Lautstärken, die Laufgeschwindigkeit, der Vollbildmodus und die Untertitel einstellen. Erklärungen zur Spielsteuerung findet man unter dem Menüpunkt „Hilfe“. Vor dem Start eines neuen Spieles muss noch der Name des Spielers angegeben werden, mit dem dann ein Profil für die automatische Speicherung des aktuellen Spielstandes angelegt wird. Die Special Edition bietet Bonusmaterial an zwei verschiedenen Stellen. Direkt auf der Spiel-CD gibt es zwei Ordner für Musiktracks und Artworks. Aber auch im Spiel selber findet sich Bonusmaterial, das allerdings erst im Spielverlauf durch eroberte „Beute“ freigeschalten wird. Sobald man das Spiel einmal erfolgreich durchgespielt hat, kann man sich auch die optionalen Entwicklerkommentare aktivieren.

Story und Rätsel

Jolly Rover ist eigentlich ein Piraten-Adventure, allerdings sind alle Charaktere im Spiel Hunde. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Gaius James Rover, Sohn des leider bereits verstorbenen Clowns Jolly Rover. Sein Traum ist es, irgendwann seinen eigenen Zirkus zu eröffnen und dazu benötigt er zunächst Kapital. Er kreiert dazu ein merkwürdiges Gebräu aus Tabak und Rum, das er zu Ehren seines Vaters „Jolly Rover“ nennt. Gaius befindet sich gerade auf der Reise zu Groggy Island, um dort mit dem zuständigen Gouverneur ein Abkommen über den Vertrieb des neuen Getränks zu treffen. Leider wird Gaius auf seiner Reise von Piraten überfallen und gerät in Gefangenschaft. An dieser Stelle steigt übrigens auch der Spieler aktiv in das Geschehen ein und muss Gaius aus dieser misslichen Lage befreien. Aber es kommt noch schlimmer. Offenbar steckt der Gouverneur mit den Piraten unter einer Decke und Gaius wird unfreiwillig in dunkle Machenschaften verstrickt, was ihn noch über mehrere karibische Inseln führen soll. Aber es gibt auch positive Seiten, bei seinen Abenteuern lernt er eine nette Hundedame kennen. Jolly Rover ist ein lockeres und unterhaltsames Comic-Adventure ohne besonderen Tiefgang. Die Rätsel bewegen sich durchwegs im einfachen Bereich und nehmen erst gegen Ende des Spiels im Schwierigkeitsgrad leicht zu. Das Spiel ist auch für Genreeinsteiger hervorragend geeignet, da es über ein sehr gutes Hinweissystem verfügt, auf das man bei Bedarf zurückgreifen kann. Den Schwerpunkt bilden klassische Inventarrätsel und objektbezogene Aufgaben, die sehr gut in den Spielverlauf eingebettet sind. Für weitere Abwechslung sorgen aber auch zusätzliche Aufgaben, wie etwa das Lernen und Anwenden von Voodoo-Sprüchen oder das Nacherzählen einer Piratengeschichte. Über die Spieldauer von etwa 5-6 Stunden wird dem Spieler flüssig vermittelte und humorvolle Unterhaltung geboten.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel mit liebevoll und detailreich handgezeichneten Hintergründen, die farbenfroh und abwechslungsreich die verschiedenen Karibikinseln und deren Schauplätze darstellen. Darauf bewegen sich die ebenfalls sehr ansprechend gestalteten Charaktere, die lediglich in der Animation noch etwas mehr Feinschliff vertragen hätten. Einen wesentlichen Beitrag zur Atmosphäre und zum Karibik-Flair leisten die zahl- und abwechslungsreichen Musikstücke, die stimmig und zugleich dezent das Piratenabenteuer untermalen. Hervorragend sind die englischen Sprachausgaben, die sehr gut zu den einzelnen Charakteren passen und das Spiel mit viel Piratenslang und Humor würzen. Im Zuge der Lokalisierung wurden lediglich deutsche Untertitel hinzugefügt und die originalen Sprachausgaben beibehalten, was dem Spiel eigentlich ausgesprochen gut tut, allerdings für Spieler ohne halbwegs gute Englischkenntnisse ein Nachteil sein dürfte. Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch stimmige Hintergrundgeräusche, die zusätzlich zur Karibikatmosphäre beitragen.


Gameplay

Gesteuert wird Gaius James Rover aus der 3rd-Person-Perspektive mit einem klassischen Point&Click-Interface, bei dem sämtlichen Aktionen über die linke Maustaste ausgeführt werden. Das zumeist nicht sonderlich üppig gefüllte Inventar blendet sich automatisch am unteren Bildschirmrand ein, wo dann Objekte direkt kombiniert oder für die Anwendung auf Hotspots aufgenommen werden können. Letztere kann man sich bei Bedarf auch über eine Hotspot-Taste anzeigen lassen, was allerdings nicht sehr präzise funktioniert, da teilweise einfach größere Bereiche hervorgehoben werden, die sich teilweise auch überlappen. Am oberen Bildschirmrand befindet sich eine Anzeige mit der aktuellen Aufgabe, den bereits erreichten Punkten und (als kleiner Gag) dem aktuellen „Rang“ von Gaius. Dort kann auch das Spielmenü geöffnet werden, von wo aus man sich die eroberte Beute und das Logbuch ansehen kann, um Aufschluss über den aktuellen Spielfortschritt zu erhalten. Im Spielverlauf kann man optional Kekse, Silbermünzen und Teile von Piratenflaggen einsammeln, über die das Bonusmaterial freigeschalten wird. Das Spiel bietet auch ein integriertes Hilfesystem, bei dem man den Papagei Juan um Ratschläge zu den diversen Aufgaben bitten kann. Ein allgemeiner Hinweis ist noch frei, aber für weiterführende Hilfestellungen muss man jeweils einen Keks an den Papagei abtreten. Insgesamt präsentiert sich das Spiel hinsichtlich der Steuerung und des Hilfesystems sehr stimmig und benutzerfreundlich. Der aktuelle Spielstand wird automatisch im Profil abgespeichert. Es ist leider nicht möglich, frei zu speichern und verschiedene Spielstände innerhalb eines Profils aufzuheben.


Zusammenfassung

Jolly Rover ist ein gelungenes Piraten-Abenteuer, das über eine Spieldauer von ca. 5-6 Stunden sehr gute Unterhaltung bietet. Die Story ist humorvoll und auf lockeres Spielvergnügen ohne besonderen Tiefgang ausgelegt. Die Aufgaben und Rätsel bewegen sich eher im einfachen Bereich und ein integriertes Hilfesystem unterstützt den Spieler, sollte doch mal etwas unklar sein. Mit seiner klassischen Point&Click-Steuerung eignet sich das Spiel hervorragend für Genreeinsteiger, aber auch erfahrene Adventurespieler werden Gefallen an diesem Titel finden. Grafisch präsentiert sich das Spiel mit liebevoll und detailreich handgezeichneten Charakteren und Hintergründen, die farbenfroh die vielen verschiedenen Locations darstellen. Abwechslungsreiche und stimmige Musikstücke bilden in Verbindung mit den gut eingesetzten Hintergrundgeräuschen einen wesentlichen Beitrag zum Karibik-Flair. Hervorragend sind die englischen Sprachausgaben, die das Spiel mit viel Piratenslang und Humor würzen. Im Zuge der Lokalisierung wurden entsprechend nur deutsche Untertitel eingefügt und die originalen Sprachausgaben beibehalten. Jolly Rover ist ein ansprechender Titel, den man sich als Anhänger von klassischen Adventurespielen nicht entgehen lassen sollte.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Brawsome Pty Ltd.
Publisher Lace Mamba / dtp Entertainment
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating ohne Altersbeschränkung (USK)
Anmerkungen/Remarks Sprachausgaben in Englisch


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