Review zu "Alpha Polaris"

Mit „Alpha Polaris“ präsentieren die Entwickler Turmoil Games aus Finnland ihr erstes Adventure. Veröffentlicht wurde das Spiel im deutschsprachigen Raum von Greenwood Entertainment, natürlich vollständig lokalisiert. Das Mystery-Adventure spielt auf einer einsamen Forschungsstation mitten in der Arktis, wo sich seltsame und erschreckende Ereignisse zutragen, die irgendwie mit den Mythen der Inuit in Verbindung zu stehen scheinen. Ein interessantes Thema, mit dem dieses klassische Point&Click-Adventure lockt. Freigegeben ist das Spiel ab 12 Jahren (USK).

Verpackung, Handbuch und Installation

Das Spiel kommt in einem Karton mit Klappdeckel, in dem sich durch eine DVD-Box geschützt die Spiel-CD und ein kleines Infoblatt befinden. Letzteres informiert kurz und knapp über die Spielsteuerung. Die Installation des Spieles verlief reibungslos und des wurden ca. 744MB an Daten auf die Festplatte übertragen. Beim Start des Spieles erscheint das Einstellungsmenü der Wintermute Engine, auf der das Spiel entwickelt wurde. Dort können spezifische Einstellungen für Grafik und Sound vorgenommen werden. Weitere Optionen finden sich dann im Spielmenü selber, wo die Dialoglautstärke, die Schriftgröße, Schatten und das Tipp-System eingestellt werden können.

Story und Rätsel

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Biologen und Eisbärforschers Rune Knudsen, der zwecks seiner Forschungen auf der abgelegenen Öl-Forschungsstation Alpha Polaris mitten in der Arktis wohnt. Es ist jedoch nicht alleine dort. Drei Mitarbeiter einer Ölfirma befinden sich ebenfalls auf Alpha Polaris, auf der Suche nach wertvollen Ölvorkommen unter dem ewigen Eis. Als eines Tages einer der Mitarbeiter einen seltsamen Knochenfund macht und ein Ionensturm mit ungeahnter Intensität den nächtlichen Himmel zum Leuchten bringt, nehmen seltsame und verstörende Ereignisse ihren Lauf. Rune versucht die Vorfälle zu analysieren und zu deuten, um schon bald über die Mythen der Inuit einem dunklen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Diese Zutaten für die Story sind vielversprechend und sicherlich kommt im Spielverlauf auch etwas Spannung auf, allerdings wirklich fesseln kann das Adventure leider nicht. Dafür wird die Geschichte viel zu hastig, mit wenig Tiefgang und somit kaum Bindung zu den Charakteren erzählt. Die überwiegend gut in den Spielverlauf eingebetteten Rätsel sind teilweise etwas herausfordernd, aber durchaus lösbar. Lediglich das Erraten der Bedeutung von verschiedenen Inuit-Symbolen über Texteingaben hätte man etwas anders gestalten können. Besonders für Einsteiger könnten diese Abschnitte schnell für Frust sorgen. Die Storyverlauf ist weitestgehend linear, lediglich durch verschiedene Antwortmöglichkeiten bei Dialogen (z.B. freundlich oder abweisend) kann man geringfügig auf die Reaktionen im aktuellen Dialog Einfluss nehmen, was sich später aber nicht weiter auswirkt. Über die relativ kurze Spieldauer von etwa 6 Stunden bietet Alpha Polaris angenehme Unterhaltung mit einem interessanten Setting, allerdings leider ohne wirklichen Tiefgang oder einen nachdrücklichen Eindruck zu hinterlassen.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Optisch präsentiert sich das Spiel mit ansprechenden und detailreich gestalteten Locations und Hintergründen, welche die Forschungsstation Alpha Polaris und besonders die arktische Umgebung eindrucksvoll darstellen. Auch die Bewegungsanimationen der Charaktere verstehen zu gefallen, selbst wenn nicht alle Bewegungsdetails animiert sind. Bei Dialogen werden zwar Close-Ups der Charaktere in Form von Zeichnungen eingeblendet, die allerdings beim Sprechen den Mund nicht bewegen (ebenso wie die 3D-Modelle), was etwas befremdlich wirkt. Aufgelockert wird der Spielverlauf von mehreren vorgerenderten Zwischensequenzen, die gut gefallen. Die Hintergrundmusik ist im Umfang zwar nicht üppig ausgefallen, aber erfüllt ihren Zweck. Ausgesprochen gut gelungen sind übrigens die verschiedenen Soundeffekte im Spiel. Sprachausgaben kommen nur bei Dialogen zum Einsatz, die Gedanken und Kommentare von Rune müssen gelesen werden.


Gameplay

Gesteuert wird Rune aus der 3rd-Person-Perspektive über eine einfache Point&Click-Steuerung. Mit der linken Maustaste werden Aktionen ausgeführt und über die rechte Maustaste können Objekte untersucht werden. Die möglichen Aktionen werden über den Mauscursor signalisiert. Das Inventar kann am unteren Bildschirmrand beliebig ein- und ausgeblendet werden. Zum Auffinden der Hotspots steht optional eine Hotspot-Taste zur Verfügung. Wichtige Informationen werden automatisch in einem Journal festgehalten, auf das bei Bedarf jederzeit zugegriffen werden kann. Sollte man im Spiel mal nicht mehr weiterkommen, hilft ein Klick auf die Spielfigur und man erhält Hinweise zu den nächsten Schritten, allerdings keine direkten Lösungen zu den Aufgaben. Technisch funktionierte das Spiel absolut einwandfrei, allerdings dauert das Speichern und Laden im Spielverlauf zunehmend länger.


Zusammenfassung

Für ihr erstes Adventure haben die Entwickler Turmoil Games ein interessantes Setting gewählt, nämlich die Mythen der Inuit in Verbindung mit der Isolation und Einsamkeit auf einer Forschungsstation in der Arktis. Die Handlung ist teilweise durchaus spannend, aber über die Spieldauer von etwa 6 Stunden schafft es das Spiel leider nicht, genug Tiefgang zu erzeugen und den Spieler wirklich zu fesseln. Die Rätsel sind gelungen und gut in den Spielverlauf eingebettet. Lediglich das Erraten der Bedeutung von alten Inuit-Symbolen durch Texteingaben ist nicht optimal und kann besonders bei Genreeinsteigern für Frust sorgen. Manche der Rätsel sind etwas anspruchsvoller, aber alle im fairen Bereich. Grafisch ist das Adventure ansprechend gestaltet und stellt die arktische Umgebung eindrucksvoll dar. Ebenso gefallen die Animationen der Charaktere und die gelegentlichen, vorgerenderten Zwischensequenzen. Bei Dialogen werden Close-Ups der Charaktere in Form von Zeichnungen eingeblendet, die allerdings beim Sprechen den Mund nicht bewegen, was etwas komisch wirkt. Die Hintergrundmusik, die deutschen Sprachausgaben und die Soundeffekte sind stimmig. Technisch lief das Spiel einwandfrei, lediglich die Zeiten beim Speichern und Laden nehmen im Spielverlauf drastisch zu.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Turmoil Games
Publisher Greenwood Entertainment
Plattform/Platform PC (CD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Point&Click
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks keine


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