Review zu "Zurück in die Zukunft – Das Spiel"

Marty McFly und Doc Brown, die Ikonen der beliebten Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ aus den 80er-Jahren, sind wieder da und erobern diesmal in einem Spiel die Bildschirme. Die durch Episodenspiele bekannten Entwickler Telltale Games haben in einer ersten Staffel bereits 5 Episoden von „Back to the Future – The Game“ nach und nach als Downloadversionen veröffentlicht und dies wahlweise sogar gleich mit deutscher Sprachausgabe. Inzwischen ist diese erste Staffel mit allen 5 Episoden dank Deep Silver aber auch als Boxed Edition erschienen, freigegeben ab 12 Jahren.

Verpackung, Handbuch und Installation

Als Verpackung für das Spiel dient eine einfache DVD-Box, in der sich die Spiel-DVD und ein kleines Handbuch befinden. Anders als im Handbuch angegeben, findet sich leider kein Bonusmaterial zum Spiel auf der DVD. Die Installation verlief problemlos und es wurden am Stück alle 5 Episoden übertragen, die auf der Festplatte zusammen etwa 2,16GB an Speicherplatz einnehmen. Das Spiel wird dabei gleich in zwei vollen Sprachversionen (deutsch und englisch) samt Sprachausgabe installiert und zusätzlich sind die Untertitel auch in französischer Sprache verfügbar. Die Auswahl der aktiven Sprache erfolgt jeweils im Hauptmenü der einzelnen Episoden. Ebenso sind dort auch die verschiedenen technischen Optionen (Grafik, Sound, Hilfesysteme, etc.) jeweils für jede Episode einzeln einzustellen, was leider unnötig umständlich ist, da man vor dem Start jeder Episode ggf. nochmals die Optionen durchgehen muss.

Story und Rätsel

Im Kern von „Zurück in die Zukunft“ steht das Thema Zeitreisen und wie sich verschiedene Veränderungen in der Vergangenheit auf die Zukunft auswirken. Dies ist natürlich auch die Grundlage der Handlung innerhalb der 5 Episoden, die jeweils direkt aneinander anknüpfen. Scheinbar unwesentliche Veränderungen in der Vergangenheit haben teils doch unerwartet große Auswirkungen auf die Zukunft, wodurch Marty McFly und Doc Brown gezwungen sind, immer wieder in der Zeit zu reisen und Nachbesserungen in den verschiedenen Zeitlinien vorzunehmen. Das Spiel orientiert sich dabei in jeder Hinsicht sehr nah und überaus erfolgreich an den Filmen, wodurch man schnell wieder den besonderen Flair und Humor dieser Kultklassiker spürt. Eindeutig erkennt man an vielen Stellen auch die Mitarbeit oder zumindest Einbindung der damals am Film Beteiligten bei der Entwicklung dieses Spieles. Die Handlung sämtlicher Episoden spielt sich sehr eingeschränkt auf Hill Valley und Umgebung ab, jedoch ändern sich die Locations abhängig vom Jahr, in dem man diese aufsucht. So nahe das Spiel in seiner Präsentation den Filmen auch kommen mag, hat es ein wesentliches Manko. Leider schaffen es nämlich weder die Handlung noch die Rätsel, ein insbesondere für Adventurespieler interessantes und nachhaltiges Spielerlebnis zu bieten. Man steuert durch die linear erzählt seichten Episoden und wird dabei mit wenig Denkarbeit konfrontiert. Sprechend dafür ist auch die sehr überschaubare Anzahl an Objekten, die in das Inventar aufgenommen und verwendet werden können. Kombinationen innerhalb des Inventars sind zudem keine möglich. Die Spieldauer pro Episode beträgt durchschnittlich knapp 3 Stunden, wodurch man auf eine Spieldauer von insgesamt etwa 12-15 Stunden kommt.


Grafik, Sound und Sprachausgabe

Grafisch präsentiert sich das Spiel solide in der von Telltale Games gewohnten 3D-Grafik, wobei ganz offensichtlich und höchst erfolgreich sehr großer Wert auf die Gestaltung der Hauptcharaktere gelegt wurde, die ihren Vorbildern aus den Filmen wirklich entsprechen. Auch die verschiedenen Locations, die sich abhängig von der Story und der Zeitlinie natürlich verändern, sind ansprechend gestaltet. Wie bereits in den Filmen ist auch in dieser Umsetzung als Computerspiel die Musik ein gelungener Bestandteil, um die Atmosphäre für die verschiedenen Szenen von stimmungsvollen Songs in einer Bar bis hin zu diversen Actionexplosionen zu unterstützen. Die Sprachausgabe der englischen Version bietet die Originalstimme von Christopher Lloyd (alias Doc Brown), aber auch die Stimme von Marty McFly ist ausgezeichnet besetzt und kommt dem Original sehr nahe. In der letzten Episode gibt es zudem noch einen Gastauftritt von Michael J. Fox, der in den Filmen damals Marty McFly spielte. Die Sprachausgaben der deutschsprachigen Version sind ebenfalls ansprechend, kommen aber nicht ganz an das englische Original heran. Zudem zeigten sich in Verbindung mit den deutschen Sprachausgaben immer wieder unangenehm auffallend abgehackte Sätze.


Gameplay

Gesteuert wird Marty aus der 3rd-Person-Perspektive über eine Direktsteuerung mittels Tastatur (WASD) oder ersatzweise über Maus. Beide Steuerungsarten sind gewöhnungsbedürftig und etwas hakelig, wodurch viele Adventurespieler wenig Freude daran finden dürften. Das Untersuchen bzw. die Interaktion mit den Hotspots erfolgt, sobald man Marty in den richtigen Bereich gesteuert hat, dann gewohnt per Point&Click über die Maus. Aufgenommene Gegenstände wandern ins Inventar und können von dort aus verwendet werden. Leider ist die Anzahl der aufnehmbaren Gegenstände sehr überschaubar und Kombinationen innerhalb des Inventars sind überhaupt nicht vorgesehen. Die Aufgaben und Rätsel sind durchwegs einfach, wer aber trotzdem Unterstützung benötigt, kann sich über das Hinweissystem und die Anzeige der Ziele jederzeit vom Spiel helfen lassen. Der aktuelle Spielstand kann frei gespeichert und geladen werden. Technisch funktionierte das Spiel abgesehen von teilweise abgehackten Sprachausgaben einwandfrei.


Zusammenfassung

Über die Spieldauer von insgesamt etwa 12-15 Stunden bieten die 5 Episoden von „Zurück in die Zukunft – Das Spiel“ eher seichte Unterhaltung. Zwar kommt das Spiel in vielen Aspekten sehr nahe an die beliebten Filme und deren Flair heran, jedoch fehlen insbesondere für Adventurespieler einfach eine tiefergehende Story und die rätseltechnische Herausforderung. Zudem dürfte die etwas hakelige Direktsteuerung über Tastatur oder ersatzweise die Maus viele Adventurespieler abschrecken. Optisch präsentiert sich das Spiel mit ansprechender 3D-Grafik, bei der erfolgreich sehr großer Wert auf eine den Originalen entsprechende Darstellung der Hauptcharaktere gelegt wurde. Das Spiel bietet eine komplette Sprachausgabe in englischer und deutscher Sprache, wobei aber die englische Originalfassung deutlich besser abschneidet. Eingefleischte Fans der beliebten Film-Trilogie dürften Gefallen an diesem Titel finden, für Adventurefans hingegen ist der Titel aufgrund der fehlenden Herausforderung und der hakeligen Steuerung nur bedingt empfehlenswert.

Spiel-Datenblatt / Game-Datasheet

Entwickler/Developer Telltale Games
Publisher Deep Silver
Plattform/Platform PC (DVD)
Perspektive/Perspective 3rd-Person
Steuerung/Control Tastatur/Maus
Altersfreigabe/Rating USK12
Anmerkungen/Remarks 5 Episoden


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